Wir hatten nicht viel Kontakt zum Dorf.

Isidor Pelican
Isidor Pelican

Früher war jeder auf seinem Hof und wir hatten auch unsere Heuberge auf dieser Seite hier. Vater war hier als Pächter und hatte die Heuberge auf dieser Seite aufgenommen. Auch die Maiensässe waren hier oben etwas abseits. So hatte man nicht so viel Kontakt, Wir hatten nicht viel Kontakt zum Dorf. weiterlesen

In den Baracken wurde geschlafen und gekäst.

Augustin Candinas
Augustin Candinas

Früher gabs noch Schrägzäune, dafür benötigte man keine Nägel, nichts. Es kamen zwei Pfosten nebeneinander, zwei Latten, ein schöner Tannenast, der im Feuer elastisch gemacht wurde und dann drehte man den Ast so rein. Das war wunderschön. In den Baracken wurde geschlafen und gekäst. weiterlesen

“Morgen liegen wir vielleicht da unten, tot.”

Augustin Candinas
Augustin Candinas

Im Jahr 1948 war ich Ziegenhirt beim Glitschè (Gletscher) auf der Ziegenalp. Die Alphütte war auf dem Gebiet, wo die Kühe ihre Ruheplätze hatten. Die Ziegen mussten am Morgen, wenn sie gemolken waren, hinauf zur Greina, die Steilhänge hinauf. “Morgen liegen wir vielleicht da unten, tot.” weiterlesen

400 Seelen, 400 Ziegen & Lachs

Augustin Candinas
Augustin Candinas

Am ersten Tag als der Ziegenhirt ging, sagten die von Surrein: 400 Seelen, 400 Ziegen. Jede Seele, also jeder, der in dieser Kirchgemeinde war, hatte eine Ziege. Wir haben ein einmaliges Dorf. In unserem Dorf sind die Häuser rund um den Weideplatz gebaut. Dort konnten wir uns auch austoben nach dem Heuen. Am Abend spielten wir oft Fussball und wenn wir noch so müde waren. 400 Seelen, 400 Ziegen & Lachs weiterlesen

Ich hatte die Möglichkeit, eine kleine „Alpkarriere“ zu machen.

Anton Schmid ca. 2005
Anton Schmid ca. 2005 © privat

Im Frühling und Herbst war ich immer beim „Ena“ und „Aani“ (Grossvater und Grossmutter) in Zerfreila. Im Sommer war ich Hirt auf der Alp Guraletsch. Ich hatte die Möglichkeit, eine kleine „Alpkarriere“ zu machen. weiterlesen

Wir haben die Eigeninitiative ergriffen, das fehlt der heutigen Jugend.

Gabriel Alig
Gabriel Alig

Sagen und Märchen waren damals in aller Munde?

Die Leute hatten aufgrund mangelnder sonstiger Zerstreuung genug Zeit, Sagen und Märchen zu erfinden und zu erzählen.

Vergleicht man die heutige Jugend mit der damaligen, ist das wie Tag und Nacht. Wir mussten uns selbst beschäftigen. Als Hirt schnitzte man Unmengen an Kühen aus Holz. Wir haben die Eigeninitiative ergriffen – etwas, was der heutigen Jugend fehlt. Und heutzutage sieht man kaum noch Kinder auf der Strasse spielen.

Arbeit auf der Alp

Simeon Alig
Simeon Alig © Gieri Antoni Caviezel

Ausserhalb der obligatorischen Schulzeit musste man arbeiten gehen? 

Als mein Vater starb, mussten wir bei der Alpwirtschaft mithelfen. Arbeit auf der Alp weiterlesen

Heutzutage denkt man, dass Kinder nicht arbeiten sollten.

 

Barclamiu Pelican
Barclamiu Pelican © Gieri Antoni Caviezel

Neben der Schule mussten noch zahlreiche Arbeiten verrichtet werden?

Mittags musste das Kleinvieh getränkt und gefüttert werden. Neben der Schule mussten wir überall helfen, wo wir nur konnten. Das hat uns keineswegs geschadet. Heutzutage denkt man, dass Kinder nicht arbeiten sollten. weiterlesen