Vals

Das Dorf Vals weist rund 1000 Einwohnerinnen und Einwohner und ebenso viele Betten in Hotels und Ferienwohnungen auf. Im Winter steht der Skisport im Vordergrund, im Sommer suchen Wanderer und Familien im Bergdorf Ruhe und Erholung. Das Valser Tal ist Teil des Vorderrheintals, der Surselva und erstreckt sich von Ilanz bis zum Rheinwaldhorn.

In Vals wird Walser Deutsch gesprochen, im Unterschied zur übrigen rätoromanischen Val Lumnezia. Sprachwissenschaftlich gehört das Walser Deutsch zur höchstalemannischen Sprachgruppe – dem höchsten alpinen Südrand des Alemannischen zugehörig. Die charakteristischen Laute und Ausdrücke der Walser sind im Wesentlichen im deutschsprachigen Wallis zu suchen, von wo her die Walser ursprünglich stammen.

Die Siedlungen im Valser Tal haben ihre Ursprünge im 14. Jahrhundert, als es von den Walsern besiedelt wurde. Im Alpgebiet Tomül fand im Jahre 1869 ein Hirt eine Dolchklinge und einen Vogelgriffdolch aus der späten Bronzezeit, was belegt, dass das Valser Tal sicher schon seit dieser Zeit besiedelt ist.

Wallatsch-Alp, Sennhütte
Wallatsch-Alp, Sennhütte © Fototeca dal DRG

Das heutige Gemeindegebiet von Vals umfasst verschiedene typische Walser-Hofsiedlungen, die früher alle ganzjährig bewohnt waren. Die meisten werden heute noch als Maiensäss genutzt, wie beispielsweise Peil oder Tschifera. Ganzjährig bewohnt sind neben Vals-Platz noch Camp, Leis und Valé.

 

Wer von Vals aus in die Höhe steigt, wird Zeuge, wie die Landschaft extensiv besiedelt und bewirtschaftet wurde. Der Bannwald schützt die steilen Flanken und damit die Siedlungen vor Lawinen. Dort wo kein Wald ist, breitet sich die Kulturlandschaft mit den weit verstreuten Ställen aus. Einem Flickenteppich gleich, grenzt Parzelle an Parzelle, Wiese an Wiese. Die Bedeutung der Landwirtschaft sinkt, trotzdem gibt es immer noch 20 Vollerwerbsbetriebe in Vals.

Bei der Ankunft in Vals-Platz (1252 m), stechen die vielen Steindächer ins Auge, was seit 50 Jahren im Baugesetz der Gemeinde verankert ist. Seit der Ausstattung des Bundesplatzes in Bern, ist der »Valser Quarzit« in aller Munde, der im Laufe der Zeit zu einem hochwertigen Valser Exportprodukt geworden ist. 60 Prozent der Produktion wird in über zwanzig Länder exportiert, während vierzig Prozent für den einheimischen Markt bestimmt sind (Stand 2014).

Zu den wirtschaftlich starken Regionen zählen in Graubünden das Churer Rheintal und die grossen Tourismusregionen, wie Flims Laax, Lenzerheide/Arosa, das Oberengadin und Davos Klosters. Viele Dörfer in Graubünden leiden seit Jahrzehnten an einem Bevölkerungsschwund und an einer steten Abnahme von Arbeitsplätzen. Nicht so aber Vals, das seit Jahrzehnten mit einer konstanten Bevölkerung von rund 1000 Einwohnern aufhorchen lässt und rund 440 Vollzeitstellen (Stand 2014) aufweist.

Insbesondere das Wasser spielt für die Erfolgsgeschichte von Vals eine entscheidende Rolle und zwar gleich in vierfacher Hinsicht: als Mineraltafelwasser durch die Valser Mineralquellen AG, für die Energiegewinnung durch die Kraftwerke Zervreila AG, als Thermalbadeanlage durch das Hotel Therme und als touristischer Faktor, beispielsweise mit den vielen Seen und Fliessgewässern.

Bau der Staumauer, Zerfreila, 1957
Bau der Staumauer, Zerfreila, 1957 © W. Zeller, Fototeca dal DRG

Oberhalb von Vals liegt der Zerfreila-Stausee, mit dessen Wasser Energie gewonnen wird. Wasser speichert Energie – eine einfache, aber geniale Überlegung. Und es bringt der Gemeinde Vals in Form von Wasserzinsen und Steuern der Kraftwerke Zervreila AG finanzielle Mittel mit denen wichtige Investitionen in anderen Branchen erst getätigt werden konnten. (Kraftwerk und Stausee Zerfreila)

So auch zugunsten des »Valser Wasser«, das seit 1963 als Tafelgetränk in Flaschen abgefüllt wird. Seit 2002 ist das Unternehmen im Besitz der Coca-Cola Company, was nichts an der Tatsache geändert hat, dass das Abfüllwerk mit den rund 70 Arbeitsplätzen nach wie vor von grosser Bedeutung für Vals ist.

Am meisten bekannt ist Vals aber durch die Thermalquellen, die bereits 1672 schriftliche Erwähnung fanden. Bereits 1854 entstand ein erstes Bade- und Kurhaus mit vier Badestübchen mit jeweils zwei Wannen, einem Waschhaus und einer kleinen Gaststube. Im Jahre 1893 eröffnete dann die «Aktiengesellschaft Therme» das neue Kurhaus mit nun 60 Betten und einem grösseren Badehaus. In der Folge durchlebt die Kur- und Badeanlage eine wechselvolle Geschichte. Das Hotel Therme steht bis heute exemplarisch für die Entwicklung vom traditionellen Walser Dorf zur angesagten Tourismusdestination.

Einwohnerzahl: Rund 1000 (Stand 2016)

Weitere Informationen: www.vals.ch