Man hielt sich viel mehr an diese Rituale.

Gerasina Candinas
Sr. Gerasina Candinas

Wie war der Brauch, wenn jemand starb?

Wenn jemand starb, legten sie den Leichnam noch in die Stube. Da kamen alle zum Rosenkranzgebet, der grosse Rosenkranz wurde gebetet. Dann gab es einen Imbiss und wer noch wollte, blieb dann noch einmal für einen Rosenkranz. Das blieb dann so bis zur Beerdigung. Man hielt sich viel mehr an diese Rituale. weiterlesen

Schreinern oder Nähen lernen, sonst gab es nicht so viele Möglichkeiten.

Gerasina Candinas
Sr. Gerasina Candinas

Als ich aus der Schule kam, nach der Sekundarschule, kam ich für zwei Jahre nach Ilanz ins Institut. Sie nannten das die Bäuerinnenschule, das war so eine Haushaltungsschule. Ich hatte schon immer den Gedanken ins Kloster zu wollen. Schreinern oder Nähen lernen, sonst gab es nicht so viele Möglichkeiten. weiterlesen

Freizeitaktivitäten – man freute sich über alles, was es gab.

Gerasina Candinas
Sr. Gerasina Candinas

An den Sonntagen musste man zum Gottesdienst. Aber wir hatten eigentlich noch viele Freiheiten. Wir kamen dann oft ganze Quartiere zusammen und spielten miteinander. Wir spielten Fangen, Verstecken, Ballspiele. Wir nannten das Schlagball. Das spielten wir oft. Sogar diejenigen, die schon erwachsen waren, spielten mit. Spielsachen hatten wir nicht viel, vielleicht einmal eine Puppe oder so. Freizeitaktivitäten – man freute sich über alles, was es gab. weiterlesen

Bewirtschaftung am Rhein

Clau Soler
Clau Solèr

Dorfschaften waren Wirtschaftsgemeinden, die für sich funktionierten im wirtschaftlichen Bereich. Genau wie die Mühlen. Wenn man einen Bach hatte, hatte man die Mühle. An grossen Bächen brauchte es nicht viele Mühlen aber im Allgemeinen waren die Bäche hier nicht sehr wasserreich und so brauchte es mehrere Mühlen, damit das Mehl innert kurzer Zeit gemahlen werden konnte. Das war so von der Schneeschmelze bis im Juni, Juli. Das mit dem Getreide war etwas kompliziert, man kann Mehl nicht sehr lange aufbewahren. Bewirtschaftung am Rhein weiterlesen

Verwaltung des Dorfes

Clau Soler
Clau Solèr

Waren das je eigene Gemeinden, Surrein und Sumvitg?

Jein, eigene Gemeinden kann man nicht sagen. Also um 1800 war es so, dass das Nachbarschaften waren und die wurden in Gerichtsgemeinden aufgenommen. Das Gemeindewesen wurde erst um 1850 eingeführt, sodass man eine politische Gemeinde hatte. Früher waren es Höfe oder Dorfschaften und die hatten das Recht, einzelne Delegierte an die Tagsatzungen zu schicken. Aber die Gemeinden waren nicht verwaltet, denn es gab auch nichts zu verwalten. Verwaltung des Dorfes weiterlesen

Freizeit hatten wir die, die wir uns genommen haben.

Isidor Pelican
Isidor Pelican

Hatten Sie auch Freizeit?

Freizeit hatten wir die, die wir uns genommen haben. Mein Bruder hatte seine Schulen gehabt und hatte einige Ämter übernommen und ich hatte meine Bienen. Wenn ich zu meinen Bienen musste, ging ich einfach und wenn er zu seinen Ämtern musste, ging er auch. Aber so richtige Ferien? Freizeit hatten wir die, die wir uns genommen haben. weiterlesen

Die Jugend war sehr aktiv beim Singen.

Augustin Candinas
Augustin Candinas

Die Jugend war sehr aktiv beim Singen. Sie kamen am Morgen aus der Kirche und gingen dann noch eine Stunde singen. Das gibt es heute nicht mehr.  Die Jugend war sehr aktiv beim Singen. weiterlesen