Interviewpartner in Vals

Luzius Heini

Luzi Heini ca. 1960
Luzi Heini ca. 1960 © privat

Luzi Heini wurde 1931 als jüngstes Kind des Franz und der Anna Heini – Berni in Vals geboren. Er wuchs mit den Eltern, vier Geschwistern und dem ledigen „Ettera“ (Onkel) im elterlichen Haus im Dorfteil Zameia auf. Seine Eltern führten zusammen mit „Etter Josef“ einen Bergbauernbetrieb. Nach dem frühen Tod seines Vaters führten seine Mutter und Etter Josef den Betrieb weiter.

Luzi gehörte zur ersten Generation, die in Vals die Sekundarschule besuchen konnten. Dadurch eröffneten sich für Jugendliche neue Möglichkeiten der Berufswahl. Luzi war einer der ersten Schulabgänger in Vals, der auswärts eine Lehre als Elektromonteur absolvierte. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren in Zürich kehrte er in seine Heimat zurück und liess sich bei der KWZ anstellen, wo er sich bis zum Chef emporarbeitet.

 

Anton Schmid

Anton Schmid ca. 2005
Anton Schmid ca. 2005 © privat

Anton (Toni) Schmid wurde 1934 als viertes von fünf Geschwistern des Friederich und der Franziska Schmid-Tönz in Vals geboren. Das Wohnhaus der Familie Schmid befindet sich heute noch bei der Dorfbrücke. Toni’s Vater war Bergführer, Samariter und betrieb daneben noch eine kleine Landwirtschaft. Die Kinder der Familie Schmid tragen heute noch den Beinamen „ds Bäärgfüerersch Buaba“ bzw. „ds Bäärgfüerersch Hedwig“. Die Mutter Franziska starb sehr früh – Toni war gerade fünf Jahre alt. Seine 17 jährige „Bäsi“ (Cousine), Gertrud Rieder, war fortan verantwortlich für den Haushalt bei „ds Bäärgfüerersch“. Sie diente der Familie Schmid zehn Jahre lang und wurde zur zweiten Mutter. Danach sorgte die eigene Tochter Hedwig – mittlerweile 19jährig geworden – zum Wohl der ganzen Familie.

Toni machte eine Lehre als Briefträger, bildete sich nachher weiter zum Postbeamten. Er blieb der Post treu, zuerst in St. Moritz, dann 30 Jahre als Posthalter in Vals.

 

Fridolin Hubert

Fridolin Hubert ca. 2000
Fridolin Hubert ca. 2000 © privat

Fridolin (Fritz) Hubert wurde 1935 als jüngstes Kind des Fridolin und der Amalia Hubert-Schnyder in Vals geboren. Er hat noch drei ältere Schwestern, von denen die älteste im Kindesalter beim Spielen im Valserrhein ertrunken ist. Dieses tragische Ereignis hinterliess bis auf den heutigen Tag tiefe Spuren in der Familie Hubert. Vater Fridolin verdiente sich den Unterhalt für die Familie anfänglich als Hotelier. Später betrieb er Viehhandel und eine kleine Landwirtschaft. Die Mutter war neben der Haushaltsarbeit auch noch im Laden tätig.

Fritz wurde Primarlehrer, zuerst in Tomils, wo er seine Frau Antonia kennen gelernt hatte, dann bis zu seiner Pensionierung in Vals. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer, stellte er sich für öffentliche Ämter und Kommissionsarbeit zur Verfügung: 6 Jahre Gemeindepräsident, 4 Jahre Kreispräsident, 6 Jahre Präsident des Gemeindeverbandes Surselva und 21 Jahre als Grossrat. Nach seiner Pensionierung übernahm er das Amt des Dorfchronisten.

 

Bernhard Tönz

Bernhard Tönz ca. 1975
Bernhard Tönz ca. 1975 © privat

Bernhard Tönz, Jahrgang 1928, wuchs als viertes Kind von neun Geschwistern in einer Lehrersfamilie in Vals auf. Zwei Geschwister starben bereits im Kindesalter. Sein Vater war Lehrer an der Halbjahresschule in Vals. Daneben half er seinem Schwiegervater in der Landwirtschaft und stellte sich für öffentliche Ämter zur Verfügung. Er war unter anderem Gemeindepräsident und Grossrat.

Bernhard übernahm dann den Landwirtschaftsbetrieb seines Grossvaters und führte ihn weiter. Er wohnt heute noch im Elternhaus am Kreuzweg. Zeitweise ging er einem Nebenverdienst nach. Als begeisterter Skifahrer war er im Winter neben der Landwirtschaft gerne Angestellter bei der Sportbahn. So hatte er immer wieder die Möglichkeit, seiner Leidenschaft zu frönen.

 

Helena Derungs – Jörger

Helena Derungs-Jörger ca. 1975
Helena Derungs-Jörger ca. 1975 © privat

Helena Derungs, Jahrgang 1936, wuchs als zweites Kind von 11 Geschwistern in einer Bauernfamilie auf. Ein Bruder starb bereits im Kindesalter. Ihre Eltern betrieben nicht nur einen Landwirtschaftsbetrieb mit einer Alp, sondern waren auch Besitzer eines Kolonialwarenladens. In einem solchen Betrieb gab es immer Arbeit für die Grossfamilie.

Helena durfte die Bäuerinnenschule bei den Schwestern in Ilanz besuchen, wo es ihr sehr gut gefiel und sie sogar mit dem Gedanken spielte, ins Kloster zugehen. Es kam anders. Sie heiratete 1957 Viktor Derungs aus Surcasti und führte fortan den Kolonialladen weiter. Daneben engagierte und engagiert sich Helena aktiv im Valser Vereinsleben, unter anderem machte sie auch Jahre lang Führungen im Gandahus.